Übersetzen mit KI: Sprachen verstehen ohne Wörterbuch
✓ Zuletzt geprüft am 30.07.2026Mit KI erstellt
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer kleinen Gaststätte in Italien. Die Speisekarte ist handgeschrieben, auf Italienisch, ohne Bilder. Der Kellner ist freundlich, spricht aber kein Deutsch. Und Sie möchten wirklich nicht zum dritten Mal Pizza bestellen.
Es muss nicht der Urlaub sein. Manchmal liegt einfach ein Brief aus dem Ausland im Briefkasten. Oder die neue Kaffeemaschine bringt eine Anleitung mit, aber nur auf Englisch.
Für genau solche Momente ist Künstliche Intelligenz erstaunlich gut geeignet. Sie übersetzt nicht nur Wörter. Sie erklärt Ihnen, was gemeint ist. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie das geht, mit Sätzen zum Abtippen.
Der erste Versuch: einfach fragen
Wir nutzen ChatGPT. Das ist ein sogenannter Chatbot: ein Programm, mit dem Sie sich schreiben können wie mit einem Menschen. Die Grundversion ist kostenlos.
- Öffnen Sie Ihren Browser. Das ist das Internetprogramm, zum Beispiel Chrome, Firefox oder Safari.
- Tippen Sie oben in die Adresszeile: chatgpt.com. Drücken Sie dann die Eingabetaste.
- Klicken Sie in das Eingabefeld in der Mitte der Seite.
- Schreiben Sie Ihre Bitte hinein. Zum Beispiel diesen Satz:
„Ich sitze in einem Restaurant in Italien. Auf der Karte steht ‚vitello tonnato’. Was ist das? Erkläre es mir bitte so, dass ich weiß, ob es mir schmecken könnte.“
- Drücken Sie die Eingabetaste.
Nach wenigen Sekunden kommt die Antwort: dünne Scheiben kaltes Kalbfleisch, dazu eine cremige Sauce aus Thunfisch, Kapern und Sardellen. Eine Vorspeise aus dem Piemont. Mild im Geschmack, aber deutlich nach Fisch.
Beachten Sie, was Sie gerade nicht geschrieben haben. Sie haben nicht getippt: „Übersetze: vitello tonnato.“ Sie haben gesagt, wofür Sie die Auskunft brauchen. Genau darin liegt der Unterschied zu einem Wörterbuch.
Sagen Sie der KI also ruhig, warum Sie fragen. Ob Sie im Restaurant sitzen, einen Brief beantworten wollen oder ein Gerät anschließen möchten. Die Antwort wird dadurch spürbar brauchbarer.
Warum KI besser übersetzt als ein Wörterbuch
Ein Wörterbuch kennt Wörter. Es kennt aber nicht die Lage, in der Sie stecken. Das ist der ganze Unterschied.
Ein Beispiel: Im Englischen sagt man „It’s not my cup of tea.“ Wörtlich übersetzt heißt das „Das ist nicht meine Tasse Tee.“ Das ergibt keinen Sinn. Gemeint ist: „Das ist nicht mein Fall.“ Die KI weiß das, weil sie unzählige echte Texte gelesen hat, in denen dieser Satz vorkommt.
Noch ein Beispiel: Wenn ein Italiener Ihnen „in bocca al lupo“ wünscht, steht dort wörtlich „in den Rachen des Wolfs“. Ein Wörterbuch liefert Ihnen Wolf und Rachen und lässt Sie ratlos zurück. Gemeint ist schlicht: „Viel Glück.“
Dazu kommt der Ton. Jede Sprache hat verschiedene Höflichkeitsstufen. Ein Schreiben an eine Behörde klingt anders als eine Nachricht an einen alten Freund. Sie können der KI vorgeben, welchen Ton Sie möchten: förmlich, freundlich, bestimmt oder entschuldigend. Ein Wörterbuch kann das nicht.
Und drittens dürfen Sie nachfragen. „Was bedeutet der dritte Absatz genau?“ „Ist das eine Drohung oder nur eine Formsache?“ „Wie antworte ich darauf höflich, aber bestimmt?“ Die KI erinnert sich an das bisherige Gespräch und antwortet, ohne ungeduldig zu werden.
Sieben Sätze für den Alltag
Diese Sätze können Sie abtippen und Ihren eigenen Text dahinter einfügen. Tauschen Sie die Sprache einfach nach Bedarf aus.
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Einen Brief verstehen: „Ich habe diesen Brief auf Französisch bekommen. Bitte übersetze ihn ins Deutsche. Sage mir danach in zwei Sätzen, was von mir erwartet wird.“
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Eine Speisekarte erklären lassen: „Hier sind fünf Gerichte von einer spanischen Speisekarte. Übersetze sie und schreibe zu jedem dazu, was darin enthalten ist und ob es scharf ist.“
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Eine Redewendung verstehen: „Was bedeutet die englische Redewendung ‚to bite the bullet’? Gibt es eine deutsche Redewendung, die dasselbe ausdrückt?“
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Einen eigenen Text übersetzen lassen: „Bitte übersetze diesen Text ins Englische. Er geht an ein Hotel. Der Ton soll höflich sein, aber bestimmt.“
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Die Aussprache erklären lassen: „Wie spricht man ‚Château de Chenonceau’ aus? Schreibe es bitte so auf, wie es klingt, mit deutschen Lauten.“
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Erst vereinfachen, dann übersetzen: „Formuliere diesen deutschen Text zuerst in einfachen, kurzen Sätzen. Übersetze ihn danach ins Englische.“
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Ein Wort richtig einordnen: „Was bedeutet das englische Wort ‚appointment’? Bitte gib mir drei Beispielsätze mit Übersetzung, damit ich sehe, wann man es benutzt.“
Ein Tipp dazu: Wenn Ihnen eine Übersetzung zu geschwollen klingt, schreiben Sie einfach „Bitte einfacher.“ Oder „Kürzer.“ Oder „Etwas freundlicher.“ Mehr braucht es nicht.
Mit dem Foto übersetzen
Jetzt kommt die Funktion, die im Urlaub am meisten bringt. Sie müssen den fremden Text gar nicht abtippen. Sie fotografieren ihn einfach.
Dafür brauchen Sie die ChatGPT-App auf Ihrem Handy. Eine App ist ein kleines Programm, das Sie über ein Symbol auf dem Bildschirm öffnen. Wie Sie die echte App erkennen und sicher installieren, zeigt unsere Anleitung „ChatGPT auf dem Handy“.
So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie die App.
- Tippen Sie neben dem Eingabefeld auf das Symbol für Kamera oder Bild.
- Fotografieren Sie das Schild, die Speisekarte oder den Beipackzettel. Halten Sie das Handy dabei ruhig und gerade darüber.
- Schreiben Sie dazu, was Sie wissen möchten. Zum Beispiel: „Übersetze diese Speisekarte und schreibe dazu, welche Gerichte vegetarisch sind.“
- Schicken Sie die Frage mit dem Pfeil ab.
Das klappt auch bei Hinweisschildern am Bahnhof, bei den kleinen Waschanleitungen in Kleidungsstücken und bei der Bedienungsanleitung, die nur auf Englisch beiliegt.
Zwei Hinweise aus der Praxis. Sorgen Sie für gutes Licht: Bei Kerzenschein im Restaurant tut sich jede Kamera schwer. Und fotografieren Sie lieber zwei kleinere Ausschnitte als eine ganze Doppelseite. Große Schrift auf dem Foto bedeutet zuverlässigere Ergebnisse.
Im Gespräch übersetzen
Sie können auch sprechen statt tippen. Das ist bequem, wenn Sie unterwegs sind oder die Tastatur zu klein ist.
In der ChatGPT-App finden Sie ein Mikrofon-Symbol. Sie tippen darauf, sprechen Ihren Satz, und Ihre Worte erscheinen als Text. Wie das genau funktioniert, erklärt unser Artikel „Mit der KI sprechen statt tippen“.
Für ein kurzes Gespräch am Empfangstresen hilft zum Beispiel dieser Satz:
„Ich stehe an der Hotelrezeption in Portugal. Ich möchte fragen, ob ich mein Gepäck bis 18 Uhr dort lassen kann. Gib mir bitte den Satz auf Portugiesisch und schreibe darunter, wie ich ihn ausspreche.“
Viele KI-Programme können den Satz auch vorlesen. Dann halten Sie Ihrem Gegenüber einfach das Handy hin. Das wirkt weniger umständlich, als es sich anhört. In der Regel wird es freundlich aufgenommen, weil man sieht, dass Sie sich Mühe geben.
Andere Werkzeuge neben ChatGPT
ChatGPT ist nicht die einzige Möglichkeit. Ein ehrlicher Überblick über die verbreitetsten Alternativen:
DeepL. Ein Übersetzungsdienst aus Deutschland. Er ist in einer Grundversion kostenlos nutzbar und trifft bei europäischen Sprachen oft einen sehr natürlichen Ton. Es gibt ihn im Browser und als App fürs Handy. Wenn ein ganzer Absatz gut klingen soll, ist er eine ausgezeichnete Wahl.
Google Übersetzer. Kostenlos, im Browser und als App verfügbar, und er beherrscht eine sehr große Zahl von Sprachen. Er hat außerdem eine Kamerafunktion und einen Gesprächsmodus, bei dem zwei Menschen abwechselnd sprechen. Für einzelne Wörter unterwegs und für seltenere Sprachen ist er kaum zu schlagen.
Was ohnehin schon eingebaut ist. Die meisten Browser bieten von selbst an, eine fremdsprachige Internetseite zu übersetzen. Dafür erscheint oben meist ein kleiner Hinweis oder ein Symbol. Auch viele Handys können Text in Fotos oder in Nachrichten direkt übersetzen. Das kostet nichts extra und ist bereits vorhanden.
Zur Einordnung: Für einzelne Wörter und schnelle Auskünfte unterwegs ist der Google Übersetzer meist der kürzeste Weg. Für ganze Briefe, für Feinheiten im Ton und immer dann, wenn Sie nachfragen möchten, sind ChatGPT oder Claude oft die bessere Wahl. Claude ist eine andere KI, die ähnlich funktioniert wie ChatGPT.
Wo Sie vorsichtig sein müssen
Jetzt der ernste Teil. Er ist kurz, aber er gehört dazu.
Eine KI-Übersetzung hilft Ihnen beim Verstehen. Verbindlich ist sie nicht. Das gilt besonders bei:
- Verträgen und Kündigungen
- Arztbriefen und Befunden
- Schreiben von Behörden, Gerichten oder Versicherungen
- allem, wo Fristen oder Geld im Spiel sind
Bei solchen Papieren dürfen Sie sich von der KI gern erklären lassen, worum es überhaupt geht. Das nimmt die erste Ratlosigkeit. Danach gehen Sie damit zu einem Menschen. Für amtliche Zwecke verlangen Behörden und Gerichte in aller Regel eine beglaubigte Übersetzung von einem vereidigten Übersetzer. Ein Ausdruck aus der KI genügt dort nicht.
Und ganz grundsätzlich: Die KI ersetzt keinen Arzt, keinen Anwalt und keinen Steuerberater. Sie hilft beim Verstehen und beim Formulieren. Die Entscheidung trifft ein Fachmensch.
Der zweite Punkt betrifft Daten. Kopieren Sie keine persönlichen Angaben in die KI, weder Ihre eigenen noch die von anderen Menschen. Also keine Namen, Adressen, Geburtsdaten, Aktenzeichen, Versichertennummern oder Kontonummern. Schwärzen Sie solche Stellen vorher oder ersetzen Sie sie. Aus „Maria Schneider, Hauptstraße 12“ wird einfach „Frau S., Musterstraße“. Die Übersetzung wird dadurch kein bisschen schlechter.
Ist das sicher?
Was kostet es? Nichts. ChatGPT, DeepL und der Google Übersetzer sind in ihren Grundversionen kostenlos, und Zahlungsdaten müssen Sie nirgends hinterlegen. Fürs Übersetzen per Foto brauchen Sie meist ein Konto, weil diese Funktion in der App liegt. Auch das Konto ist kostenlos. Alle Anbieter haben zusätzlich kostenpflichtige Angebote. Für das, was in diesem Artikel steht, brauchen Sie keines davon.
Was passiert mit meinen Daten? Was Sie eintippen oder hochladen, kann beim Anbieter gespeichert und zur Verbesserung der Programme genutzt werden. Eine Speisekarte ist harmlos. Ein Behördenbrief mit Ihrem Namen ist es nicht. Deshalb die Regel von oben: Persönliches vorher unkenntlich machen, dann übersetzen lassen.
Kann ich etwas kaputt machen? Nein. Sie schreiben eine Frage, Sie bekommen eine Antwort. Sie kaufen nichts, Sie verschicken nichts, Sie löschen nichts. Am Original ändert sich ohnehin nichts, denn das liegt weiter vor Ihnen auf dem Tisch. Wenn eine Übersetzung nicht passt, fragen Sie einfach noch einmal.
Und bei wichtigen Papieren? Da gilt die Regel aus dem vorigen Abschnitt: verstehen ja, verlassen nein. Je mehr für Sie davon abhängt, desto eher gehört ein Mensch dazu.
Ihr nächster Schritt
Suchen Sie sich jetzt einen fremdsprachigen Text, der ohnehin bei Ihnen herumliegt. Eine Bedienungsanleitung, eine Werbe-Nachricht auf Englisch, die Rückseite einer Lebensmittelpackung. Tippen Sie dann: „Bitte übersetze das ins Deutsche und erkläre mir in einem Satz, worum es geht.“ Dahinter der Text. Das war es schon.
Wenn Ihnen das Übersetzen liegt, hält unser Artikel „Der Enkel-Übersetzer“ noch eine ganz andere Fremdsprache für Sie bereit: die Jugendsprache. Neue Alltagsideen bringt Ihnen außerdem jede Woche unser kostenloser Newsletter „Der KI-Brief“.

Geschrieben und geprüft von Dominik HotzyGründer von Hallo-KI und Autor des Buchs „Hallo KI — ChatGPT endlich verstehen“ (296 Seiten). Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie mir.Wir leben, worüber wir berichten: Dieser Text ist mit KI entstanden, geprüft und verantwortet von einem Menschen. So arbeiten wir.