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Erste Schritte

Mit der KI sprechen statt tippen: Diktieren und Vorlesen

✓ Zuletzt geprüft am 30.07.2026Mit KI erstellt

Frau Mitte 50 mit grauem Haar spricht lebhaft, ihr Smartphone lehnt an einer Tasse auf dem KüchentischMit Hilfe von KI erstellt

Vielleicht kennen Sie das: Die Gedanken sind schneller als die Finger. Tippen auf der kleinen Handy-Tastatur ist mühsam, die Buchstaben sind winzig, und ständig landet der Finger daneben.

Die gute Nachricht: Sie müssen der KI gar nicht schreiben. Sie können mit ihr sprechen — ganz normal, wie mit einem Menschen. Die KI hört zu, versteht Sie und antwortet. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern eine eingebaute Funktion. Auf dem Handy genauso wie am Computer.

Ich gehe beide Geräte getrennt durch. Danach kommt der Rückweg: Sie können sich die Antwort auch vorlesen lassen.

Zwei Wege, mit der KI zu sprechen

Es gibt zwei Möglichkeiten, die leicht zu verwechseln sind. Beide sind nützlich:

Weg 1: Diktieren. Sie sprechen Ihre Frage, das Gerät verwandelt sie in Text. Die KI antwortet schriftlich — Sie lesen die Antwort in Ruhe.

Weg 2: Die Sprachunterhaltung. Sie führen ein echtes Gespräch. Sie sprechen, die KI antwortet mit einer freundlichen Stimme — wie ein Telefonat. Lesen und Tippen entfallen komplett.

Für den Anfang empfehle ich Weg 1: Sie behalten die Kontrolle und sehen alles schwarz auf weiß.

Auf dem Handy: So diktieren Sie Ihre Frage

Sie brauchen dafür die ChatGPT-App auf Ihrem Handy, also das ChatGPT-Programm, das Sie einmal installieren. Falls Sie die noch nicht haben: Die Anleitung dazu finden Sie in meinem Artikel über die App-Installation.

  1. Öffnen Sie die ChatGPT-App.
  2. Tippen Sie unten auf das Eingabefeld, als wollten Sie schreiben.
  3. Suchen Sie das kleine Mikrofon-Symbol im oder neben dem Eingabefeld und tippen Sie darauf. Meist sitzt es am rechten Rand des Feldes.
  4. Beim ersten Mal fragt das Handy, ob die App das Mikrofon benutzen darf. Tippen Sie auf „Erlauben“ — sonst kann die App Sie nicht hören.
  5. Sprechen Sie jetzt Ihre Frage. Zum Beispiel: „Was kann ich gegen Blattläuse an meinen Rosen tun?“
  6. Tippen Sie zum Abschluss auf das Häkchen oder Stopp-Symbol. Ihre gesprochenen Worte erscheinen als Text.
  7. Lesen Sie kurz darüber. Steht dort etwas Falsches, tippen Sie hinein und bessern die Stelle aus.
  8. Schicken Sie die Frage mit dem Pfeil ab — fertig.

Geschafft! Sie haben Ihre erste Frage gesprochen statt getippt.

Auf dem Handy: eine echte Sprachunterhaltung

Wenn das Diktieren klappt, probieren Sie das Gespräch:

  1. Suchen Sie in der ChatGPT-App das Symbol für die Sprachunterhaltung. Es sieht meist aus wie kleine Schallwellen und liegt neben dem Eingabefeld.
  2. Tippen Sie darauf. Die App wechselt in den Gesprächsmodus.
  3. Sprechen Sie einfach los. Die KI hört zu und antwortet mit einer Stimme.
  4. Sie können jederzeit unterbrechen und nachfragen — wie in einem normalen Gespräch.
  5. Zum Beenden tippen Sie auf das X oder den Beenden-Knopf.

Ein schöner erster Versuch: „Erzähl mir etwas Interessantes über meine Heimatstadt.“ Und dann fragen Sie einfach weiter.

Halten Sie das Handy dabei nicht ans Ohr, sondern legen Sie es vor sich hin. Und es geht nichts verloren: Der Verlauf steht danach als Text in der App.

Am Computer: diktieren statt tippen

Am Computer nutzen Sie ChatGPT meist im Browser, also im Internetprogramm wie Chrome, Firefox oder Safari. Auch dort können Sie sprechen, auf zwei Arten.

Möglichkeit 1: Das Mikrofon-Symbol auf der Seite. Öffnen Sie chatgpt.com und klicken Sie unten in das Eingabefeld. Suchen Sie am rechten Rand dieses Feldes ein kleines Mikrofon-Symbol und klicken Sie darauf. Beim ersten Mal fragt der Browser oben am Fensterrand nach Erlaubnis. Klicken Sie auf „Zulassen“ und sprechen Sie los.

Möglichkeit 2: Die Diktierfunktion Ihres Computers. Sie steckt bereits in Windows und in jedem Apple-Computer. Der Vorteil: Sie funktioniert überall, nicht nur bei ChatGPT. Auch im E-Mail-Programm oder in Word.

Bei Windows: Klicken Sie zuerst in das Feld, in das der Text hinein soll. Halten Sie dann die Windows-Taste gedrückt und drücken Sie zusätzlich H. Die Windows-Taste ist die mit dem kleinen Fenster-Symbol, unten links neben der Leertaste. Es erscheint eine schmale Leiste mit einem Mikrofon. Sprechen Sie los. Dieselbe Tastenkombination beendet das Diktat wieder.

Beim Mac: Öffnen Sie die Systemeinstellungen und dort den Bereich „Tastatur“. Suchen Sie den Punkt „Diktat“ und schalten Sie ihn ein. Gleich daneben steht, mit welcher Taste Sie das Diktat starten. Bei vielen Geräten ist es die Taste mit dem Mikrofon, bei anderen zweimaliges Drücken einer bestimmten Taste.

Beides braucht ein Mikrofon. In jedem Laptop und Tablet ist eines eingebaut, in einem Stand-Computer unter dem Schreibtisch oft nicht. Dann hilft ein Headset, also Kopfhörer mit kleinem Mikrofonarm.

Was Sie beim ersten Mal erlauben müssen

Eine Frage kommt immer, auf jedem Gerät: „Darf die App auf Ihr Mikrofon zugreifen?“ Viele erschrecken hier und tippen auf „Nicht erlauben“. Danach passiert nichts mehr, und die Funktion wirkt kaputt.

Die Frage ist normal, sie ist sogar Vorschrift: Kein Programm darf Ihr Mikrofon ohne Ihre Zustimmung benutzen. Sie müssen hier also Ja sagen.

Was Ja bedeutet: Die App darf das Mikrofon einschalten, wenn Sie die Sprachfunktion antippen.

Was Ja nicht bedeutet: Das Mikrofon ist nicht dauerhaft an. Es lauscht nicht im Hintergrund mit, und niemand hört Sie live. Eine laufende Aufnahme zeigt das Gerät deutlich an, meist mit einem farbigen Punkt am oberen Rand.

Haben Sie versehentlich abgelehnt? Das ist in einer Minute geradegerückt:

  1. Auf dem Handy: Öffnen Sie die Einstellungen Ihres Handys. Suchen Sie in der Liste der Apps den Eintrag ChatGPT und schalten Sie dort Mikrofon ein.
  2. Am Computer: Klicken Sie im Browser links neben der Internetadresse auf das kleine Symbol, je nach Programm ein Schloss oder ein Schieberegler. Dort finden Sie den Punkt „Mikrofon“ und stellen ihn auf „Zulassen“.

So sprechen Sie, damit es klappt

Sprechen Sie ganz normal — in Ihrem Tempo, in ganzen Sätzen, gern mit Dialekt-Färbung. Sie müssen keine Kommandos geben und keine Fachsprache benutzen. Die KI versteht Alltagssprache erstaunlich gut. Wenn sie etwas falsch verstanden hat, sagen Sie es einfach: „Nein, ich meinte etwas anderes.“

Und wenn doch einmal nichts ankommt, hilft fast immer dasselbe: nicht lauter sprechen, sondern langsamer. Lautstärke bringt wenig und klingt schnell verzerrt.

Drei Kleinigkeiten machen den Rest:

  1. Pausen sind erlaubt. Sie dürfen mitten im Satz überlegen. Die Aufnahme bricht davon nicht ab.
  2. Satzzeichen können Sie mitsprechen. Sagen Sie „Komma“, „Punkt“ oder „Fragezeichen“, dann wird das Wort als Zeichen gesetzt. Für eine kurze Frage brauchen Sie das nicht, für einen diktierten Brief schon.
  3. Halten Sie die Hand nicht über die Unterkante des Handys. Dort sitzt bei den meisten Geräten das Mikrofon.

Der Rückweg: Lassen Sie sich vorlesen

Bis hierher ging es darum, wie die KI Sie hört. Jetzt die andere Richtung, für viele der eigentliche Gewinn: Sie müssen die Antwort gar nicht lesen. Das hilft bei müden Augen, bei verlegter Lesebrille und bei langen Antworten. Auch beim Kochen, wenn die Hände in der Schüssel stecken.

In der ChatGPT-App: Unter jeder Antwort steht eine Reihe kleiner Symbole. Suchen Sie darin das Lautsprecher-Symbol und tippen Sie darauf. Finden Sie es nicht, halten Sie den Finger etwas länger auf die Antwort. Dann erscheint ein kleines Menü mit einem Punkt wie „Vorlesen“.

Am Computer: Fahren Sie mit der Maus über die Antwort. Unter dem Text erscheint dieselbe Reihe Symbole, und darin der Lautsprecher.

Und hier bei mir: Jeder Artikel auf hallo-ki.de hat oben über dem Text einen Knopf „Artikel vorlesen“. Ein Klick, und Sie können sich zurücklehnen. Daneben erscheinen „Pause“ und „Stopp“. Probieren Sie es ruhig gleich mit diesem Artikel aus.

Sieht ein Symbol bei Ihnen anders aus? Dann haben Sie nichts falsch gemacht. Die Anbieter ordnen ihre Knöpfe gelegentlich um. Halten Sie nach dem Lautsprecher Ausschau, der bleibt.

Wenn es nicht funktioniert

Sechs Dinge gehen erfahrungsgemäß schief. Für jedes gibt es einen einfachen nächsten Schritt.

Sie sehen kein Mikrofon-Symbol. Tippen oder klicken Sie zuerst in das Eingabefeld, viele Symbole erscheinen erst dann. Hilft das nicht, ist Ihre App vermutlich veraltet. Öffnen Sie den App-Laden Ihres Handys, suchen Sie ChatGPT und tippen Sie auf „Aktualisieren“, falls dieser Knopf angeboten wird.

Sie sprechen, aber es erscheint kein Text. Dann fehlt fast immer die Mikrofon-Erlaubnis, siehe den Abschnitt weiter oben. Zweithäufigste Ursache: Kopfhörer oder die Freisprechanlage im Auto sind noch verbunden, und das Gerät hört auf deren Mikrofon.

Der Text ist da, aber falsch. Tippen Sie hinein und bessern Sie das Wort aus, bevor Sie abschicken. Oder schicken Sie ab und schreiben hinterher: „Ich meinte Rosen, nicht Rosinen.“ Solche Korrekturen versteht die KI problemlos.

Um Sie herum ist es zu laut. Radio und Fernseher stören mehr, als man denkt. Schalten Sie sie kurz aus oder gehen Sie in einen ruhigeren Raum. Auch ein geschlossenes Fenster zur Straße hilft.

Sie tragen Hörgeräte oder Bluetooth-Kopfhörer. Bluetooth, die kabellose Verbindung zum Handy, ist eine große Hilfe: Die Stimme der KI kommt direkt auf Ihre Ohren. Allerdings benutzt das Handy dann oft auch deren Mikrofon, und das ist manchmal das schlechtere. Wenn die Erkennung streikt, schalten Sie Bluetooth zum Testen kurz aus. Klappt es danach, liegt es an der Verbindung und nicht an Ihnen.

Sie sprechen Dialekt. Hochdeutsch versteht die Technik am zuverlässigsten. Bei kräftigem Dialekt hilft es, langsamer und etwas neutraler zu sprechen. Ein einzelnes Wort, das immer wieder falsch ankommt, tippen Sie von Hand.

Wo die Sprachfunktion an Grenzen stößt

Bei langen Diktaten lohnt sich das Nachlesen. Ein gesprochener Zweizeiler stimmt fast immer. Ein diktierter Brief über zwanzig Zeilen enthält oft zwei oder drei Fehler. Lesen Sie längere Diktate deshalb einmal durch.

Eigennamen werden gern verstümmelt. Nachnamen, kleine Ortsnamen, Vereinsnamen, Medikamente: Solche Wörter kennt die Spracherkennung häufig nicht und macht etwas ähnlich Klingendes daraus. Tippen Sie sie besser von Hand.

Unterwegs verbraucht das Gespräch mehr Datenvolumen. Eine getippte Frage überträgt kaum Daten, eine längere Sprachunterhaltung dagegen laufend Ton in beide Richtungen. Bei einem kleinen Mobilfunk-Tarif führen Sie längere Gespräche besser zu Hause im WLAN. Fürs Diktieren einzelner Fragen gilt das nicht.

Ist das sicher?

Die Sprachfunktion ist im kostenlosen ChatGPT enthalten. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Die tägliche Nutzungsdauer ist in der Gratis-Version allerdings begrenzt — fürs Ausprobieren reicht sie aber locker. Ist das Zeitfenster aufgebraucht, schreiben Sie ganz normal weiter. Kostenpflichtig wird es nur, wenn Sie selbst Zahlungsdaten eingeben.

Das Mikrofon ist nur an, während Sie die Funktion aktiv nutzen — die App hört nicht dauerhaft mit. Sie erkennen die Aufnahme an einem deutlichen Symbol auf dem Bildschirm.

Für das Gesprochene gilt dieselbe Regel wie fürs Getippte: Nennen Sie keine Kontonummern, Passwörter oder Ihre volle Adresse. Auch Ihre Stimme wird zur Erkennung an den Anbieter übertragen, sie ist also genauso ein Datum. Was dort mit Ihren Eingaben geschieht und wie Sie alles löschen, steht in meinem Artikel „Was ChatGPT über Sie speichert“.

Eines kommt beim Sprechen dazu, was es beim Tippen nicht gibt: Andere im Raum hören mit. Diktieren Sie Vertrauliches deshalb nicht im Wartezimmer und nicht im Zug.

Und kaputt machen können Sie auch hier nichts — im schlimmsten Fall versteht die KI Sie falsch, dann sagen Sie es ihr.

Ihr nächster Schritt

Diktieren Sie heute eine einzige Frage. Zum Beispiel: „Was kann ich heute Abend aus Kartoffeln und Eiern kochen?“ Mehr ist nicht nötig. Wenn das Sprechen klappt, fehlt nur noch das Wissen, WAS man die KI alles fragen kann. Lesen Sie dazu „Die erste Frage an die KI: 10 Ideen zum Ausprobieren“ — oder bestellen Sie den kostenlosen KI-Brief, der Ihnen jeden Sonntag eine neue Idee liefert.

Porträt von Dominik Hotzy

Geschrieben und geprüft von Dominik HotzyGründer von Hallo-KI und Autor des Buchs „Hallo KI — ChatGPT endlich verstehen“ (296 Seiten). Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie mir.Wir leben, worüber wir berichten: Dieser Text ist mit KI entstanden, geprüft und verantwortet von einem Menschen. So arbeiten wir.