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Welches Werkzeug passt?

Die wichtigsten KI-Helfer im Überblick

✓ Zuletzt geprüft am 30.07.2026Mit KI erstellt

Am Kaffeetisch fällt der Name ChatGPT. Die Tochter erzählt, sie nutze im Büro etwas namens Claude. Auf dem neuen Computer blinkt ein Symbol mit der Aufschrift Copilot. Und in WhatsApp sitzt seit einigen Wochen ein blau-lila Kreis, den niemand bestellt hat.

Das wirkt nach viel. Es ist aber überschaubar, sobald man es einmal sortiert hat. Denn die meisten dieser Programme machen im Kern dasselbe: Sie stellen eine Frage, das Programm antwortet in ganzen Sätzen.

In diesem Artikel gehen wir die wichtigsten Helfer der Reihe nach durch. Jeder bekommt denselben kurzen Steckbrief: was er ist, wofür er gut ist, für wen er sich lohnt und was er kostet. Dazu die Adresse, unter der Sie ihn erreichen. Am Ende steht eine ehrliche Empfehlung.

ChatGPT: der bekannte Allrounder

ChatGPT stammt von der Firma OpenAI aus den USA. Es war das erste Programm dieser Art, das weltweit bekannt wurde. „Allrounder“ heißt: für vieles ein bisschen zuständig, für nichts zu fein.

  • Was es ist: Ein sogenannter Chatbot. Das ist ein Programm, mit dem Sie sich schreiben können wie mit einem Menschen. Ausführlich erklärt das unser Artikel „Was ist ChatGPT? Einfach erklärt in 5 Minuten“.
  • Wofür es besonders gut ist: Für fast alles Alltägliche. Briefe entwerfen, Fremdwörter erklären, Rezepte aus Kühlschrankresten, Reisepläne, Ideen für eine Geburtstagsrede.
  • Für wen es sich lohnt: Für Einsteiger. Die meisten Anleitungen im Internet beziehen sich auf ChatGPT, unsere auch.
  • Was es kostet: Die Grundversion ist kostenlos, sogar ohne Anmeldung. Die Bezahlversion liegt bei etwa 20 bis 25 Euro im Monat. Solche Preise ändern sich immer wieder. Verbindlich ist nur, was auf der Seite des Anbieters steht.
  • Wie Sie hinkommen: Im Browser, also dem Programm zum Öffnen von Internetseiten, die Adresse chatgpt.com eingeben. Fürs Handy gibt es eine App, ein kleines Programm zum Installieren.

Claude: gilt als sorgfältig bei langen Texten

Claude (sprich: „Klohd“) kommt von der Firma Anthropic, ebenfalls aus den USA. In Deutschland kennen ihn bisher weniger Menschen als ChatGPT. Das sagt nichts über die Qualität, nur über die Werbung.

  • Was es ist: Ein Chatbot wie ChatGPT, mit derselben Bedienung. Frage eintippen, Antwort lesen, nachfragen.
  • Wofür es besonders gut ist: Für lange Texte. Ein zwölfseitiger Vertrag, ein Bescheid vom Amt, das Protokoll der Mitgliederversammlung: Claude fasst so etwas zusammen und erklärt es Absatz für Absatz. Dass er dabei besonders sorgfältig arbeite, berichten viele Nutzer aus Erfahrung. Gemessen hat das kein unabhängiger Test.
  • Für wen es sich lohnt: Für alle, die viel mit Schriftverkehr zu tun haben. Behördenpost, Versicherungen, Vereinsunterlagen.
  • Was es kostet: Grundversion kostenlos, mit einer Obergrenze an Fragen pro Tag. Danach heißt es warten. Die Bezahlversion liegt ebenfalls bei etwa 20 bis 25 Euro im Monat.
  • Wie Sie hinkommen: Im Browser über die Adresse claude.ai, dazu gibt es eine App fürs Handy. Anders als bei ChatGPT brauchen Sie hier in der Regel ein kostenloses Konto mit E-Mail-Adresse.

Ein Hinweis, weil es hier oft um echte Papiere geht: Machen Sie Name, Anschrift, Geburtsdatum und alle Nummern vorher unkenntlich. Für das Verstehen eines Schreibens braucht die KI diese Angaben nicht.

Microsoft Copilot: die KI von Microsoft

Copilot (sprich: „Ko-Pailot“, englisch für den Beifahrer im Flugzeug) kommt von Microsoft. Das ist die Firma hinter Windows, dem Betriebssystem der meisten Computer.

  • Was es ist: Der Chatbot von Microsoft. Anders als oft zu lesen ist, steckt er in der Europäischen Union nicht einfach fertig in Windows 11. Hier ist er von Haus aus nicht eingeschaltet, und Microsoft installiert ihn auch nicht von allein nach. Wer trotzdem ein blau-buntes Copilot-Symbol auf seinem Rechner sieht: Das ist er, kein Virus und keine Werbung.
  • Wofür es besonders gut ist: Für alle, die ohnehin viel mit Programmen von Microsoft arbeiten. Und für alle, die einen Chatbot ohne Umweg im Browser aufrufen möchten.
  • Für wen es sich lohnt: Für jeden, unabhängig vom Gerät. Windows ist keine Voraussetzung. Copilot gibt es auch als App für Android-Handys, für iPhone und iPad sowie für Computer von Apple.
  • Was es kostet: Grundversion kostenlos, Bezahlversion etwa 20 bis 25 Euro im Monat. In den Office-Programmen wie Word und Outlook taucht Copilot ebenfalls auf. Dort gehört der volle Umfang meist zu einem kostenpflichtigen Paket.
  • Wie Sie hinkommen: Am verlässlichsten im Browser über die Adresse copilot.microsoft.com. Falls auf Ihrem Rechner bereits ein Copilot-Symbol liegt oder Sie den Browser Edge nutzen, führt auch das dorthin.

Google Gemini: KI von Google, auf vielen Android-Handys dabei

Gemini (sprich: „Dschemini“) ist die Künstliche Intelligenz von Google. Von dieser Firma kennen Sie vermutlich die Suchmaschine.

  • Was es ist: Der Chatbot von Google, technisch auf einer Stufe mit den anderen.
  • Wofür es besonders gut ist: Für alles rund um Google. Gemini steckt nach und nach in den Diensten der Firma, etwa beim Schreiben einer E-Mail im Postfach von Gmail.
  • Für wen es sich lohnt: Für Besitzer eines Android-Handys. Das sind alle Handys außer iPhone. Dort ist Gemini oft schon dabei und übernimmt schrittweise die Rolle des älteren Google Assistants.
  • Was es kostet: Grundversion kostenlos, Bezahlversion etwa 20 bis 25 Euro im Monat.
  • Wie Sie hinkommen: Im Browser über gemini.google.com. Auf vielen Android-Handys ist die App bereits vorhanden.

Perplexity: wenn Sie Quellen sehen wollen

Perplexity (sprich: „Perplexiti“) ist eine Mischung aus Suchmaschine und Chatbot. Der Name ist sperrig, der Gedanke dahinter einfach.

  • Was es ist: Ein Programm, das Ihre Frage in ganzen Sätzen beantwortet. Dabei sagt es dazu, aus welchen Internetseiten die Antwort stammt.
  • Wofür es besonders gut ist: Fürs Nachprüfen. Neben den Aussagen stehen kleine Verweise. Ein Klick darauf öffnet die Seite, aus der die Information stammt.
  • Für wen es sich lohnt: Für alle, die nicht einfach glauben, sondern nachlesen möchten. Also für gesunde Skepsis.
  • Was es kostet: Grundversion kostenlos, Bezahlversion etwa 20 bis 25 Euro im Monat.
  • Wie Sie hinkommen: Im Browser über die Adresse perplexity.ai.

Dazu gibt es eine unabhängige Zahl. Die Stiftung Warentest hat im Januar 2026 sechs KI-Programme mit vierzig Alltagsfragen geprüft. Perplexity schnitt darin am besten ab. Auch dort war aber knapp jede vierte Antwort nicht richtig. Genau deshalb sind die angegebenen Quellen so nützlich: Sie können nachsehen, statt vertrauen zu müssen.

Das gleiche Prinzip begegnet Ihnen inzwischen auch dort, wo Sie ohnehin suchen. Google zeigt bei vielen Suchanfragen oben einen Kasten mit der Aufschrift „Übersicht mit KI“. Die Suchmaschine Bing von Microsoft macht mit Copilot etwas Ähnliches.

Sie müssen dafür nichts einrichten, diese Kästen erscheinen von selbst. Und sie kosten nichts. Wichtig ist nur: Auch eine KI-Zusammenfassung kann sich irren, und sie klingt dabei überzeugt. Warum das so ist, erklärt unser Artikel „Schreibt die KI die Wahrheit?“. Bei Gesundheit, Geld und Recht öffnen Sie deshalb besser die Quelle selbst.

KI in WhatsApp und Facebook

In WhatsApp, Facebook und Instagram ist seit einiger Zeit eine KI eingebaut. Sie heißt Meta AI, nach Meta, der Firma hinter diesen Diensten. Zu erkennen ist sie an einem blau-lila schimmernden Kreis.

  • Was es ist: Ein Chatbot mitten in Programmen, die Sie ohnehin täglich benutzen.
  • Wofür es besonders gut ist: Für kurze, harmlose Fragen zwischendurch. Ein Rezept, die Bedeutung eines Wortes, eine höfliche Formulierung.
  • Für wen es sich lohnt: Für niemanden zwingend. Und das ist hier der wichtigste Satz: Sie müssen diese KI nicht benutzen. Der Kreis tut von allein gar nichts, er wartet nur.
  • Was es kostet: Nichts. Auch versehentliches Antippen kostet keinen Cent.
  • Wie Sie hinkommen: Gar nicht, sie ist schon da. Sie müssen nichts zusätzlich installieren.

Dazu gehört eine deutliche Warnung. Besprechen Sie in WhatsApp keine privaten Dinge mit dieser KI. Ihre normalen Gespräche mit Familie und Freunden sind verschlüsselt, dort liest niemand mit. Was Sie aber der KI selbst schreiben, geht an die Firma Meta und kann dort gespeichert werden.

Krankheiten, Geldsorgen, Familienstreit: Nichts davon gehört in dieses Fenster. Behandeln Sie den blauen Kreis wie einen fremden Gast im Wohnzimmer. Höflich grüßen, ja. Das Familienalbum zeigen, nein.

Alexa, Siri und der Google Assistant

Diese drei sind etwas anderes als alles bisher Genannte. Die Unterscheidung erspart Ihnen viel Verwirrung.

  • Was es ist: Sprachassistenten, also Programme, die auf Zuruf reagieren. „Alexa“, „Hey Siri“ oder „Hey Google“ genügt, danach folgt der Wunsch.
  • Wofür es besonders gut ist: Für kurze Aufgaben. Wetter ansagen, Wecker stellen, Küchentimer starten, Musik oder Radio abspielen, einen Anruf beginnen.
  • Für wen es sich lohnt: Für alle, die so ein Gerät ohnehin besitzen. Sie brauchen dafür nichts Neues zu kaufen.
  • Was es kostet: Die gewohnten Sprachassistenten kosten nichts extra, das steckt im Preis des Geräts. Für die neuen KI-Fassungen gilt das nicht mehr. Was das bedeutet, steht gleich im Anschluss.
  • Wie Sie hinkommen: Alexa in den Echo-Lautsprechern von Amazon, Siri auf iPhone und iPad, der Google Assistant auf Android-Handys.

Bei diesen drei ist gerade einiges in Bewegung. Drei Dinge sollten Sie wissen, damit Sie nicht vergeblich suchen.

Alexa: Amazon hat im Mai 2026 eine KI-Fassung namens Alexa+ gestartet. Sie ist in Deutschland aber kein Produkt, das man normal kaufen kann. Sie läuft hier noch als öffentlicher Vorabtest mit Warteliste und braucht ein passendes Gerät. Für Mitglieder von Amazon Prime ist sie inbegriffen, ohne Prime kostet sie rund 23 Euro im Monat. Wer nichts tut, behält die gewohnte Alexa unverändert.

Siri: Die neue Siri, mit der man richtig sprechen kann, gibt es auf iPhone und iPad in der Europäischen Union nicht. Apple nennt bisher keinen Termin dafür. Der Grund sind rechtliche Auseinandersetzungen, nicht die Technik. Falls Sie also davon gehört haben: Suchen Sie nicht danach. Auf Ihrem Gerät ist sie auf absehbare Zeit nicht zu finden.

Google Assistant: Auf Android-Handys löst Gemini den älteren Google Assistant nach und nach ab. Diese Umstellung läuft schon eine Weile und wurde mehrfach verschoben. Sie geschieht von allein, Sie müssen dafür nichts tun.

Der Unterschied lässt sich in einem Satz merken. Alexa und Siri sind Zuruf-Helfer, die Chatbots sind Gesprächs-Helfer.

„Wie wird das Wetter morgen?“ beantworten alle. „Schreibe eine freundliche Absage an den Turnverein, höchstens drei Sätze, ich möchte niemanden kränken.“ Das ist eine Aufgabe für einen Chatbot. Umgekehrt gilt: Auch mit ChatGPT und den anderen können Sie sprechen statt tippen. Die Grenze verwischt langsam, weil die Hersteller die neue Technik nach und nach in ihre Lautsprecher einbauen.

Und was nehme ich jetzt?

Drei ehrliche Empfehlungen, je nach Ausgangslage.

  • „Ich will einfach anfangen“: Nehmen Sie ChatGPT, es läuft ohne Anmeldung und Sie finden überall Hilfe dazu.
  • „Ich bin ohnehin viel bei Microsoft unterwegs“: Nehmen Sie Copilot. Sie rufen ihn im Browser über copilot.microsoft.com auf, fürs Handy gibt es eine App.
  • „Ich arbeite viel mit langen Texten und Briefen“: Probieren Sie Claude. Viele Nutzer kommen bei mehrseitigen Schreiben gut damit zurecht.

Die drei großen Namen vergleicht ausführlicher unser Artikel „ChatGPT, Gemini, Copilot: Was ist der Unterschied?“.

Muss ich mich für eines entscheiden?

Nein. Sie schließen hier nichts ab. Alle genannten Dienste haben eine kostenlose Grundversion, die Sie ausprobieren und danach einfach liegen lassen können. Es gibt nichts zu kündigen.

Trotzdem ein Rat: Fangen Sie mit einem an und bleiben Sie vier Wochen dabei. Wer alles gleichzeitig ausprobiert, vergleicht am Ende Kleinigkeiten und lernt keines richtig kennen. Wechseln können Sie später jederzeit. Die Bedienung ist überall gleich, Sie müssen nichts neu lernen.

Nur eines wandert beim Wechsel nicht mit: Ihre gespeicherten Unterhaltungen bleiben beim alten Anbieter.

Ist das sicher?

Was kostet es? Jedes Programm in diesem Artikel hat eine kostenlose Grundversion, und die reicht für den Alltag. Die Bezahlversionen liegen bei etwa 20 bis 25 Euro im Monat. Diese Preise ändern sich regelmäßig, verbindlich ist immer nur die Seite des Anbieters selbst. Für den Einstieg brauchen Sie keine davon. Vorsicht ist nur bei fremden Programmen geboten, die mit bekannten KI-Namen werben und sofort Geld verlangen. Nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Adressen, die oben in den Steckbriefen stehen.

Was passiert mit meinen Daten? Bei allen Anbietern gilt dasselbe: Was Sie eintippen, wird an die Firma übertragen und dort verarbeitet. Die Faustregel ist überall gleich. Schreiben Sie nichts hinein, was Sie einem Fremden nicht erzählen würden. Also keine Passwörter, keine Kontodaten, keine Versichertennummern. Wenn Sie ein Schreiben erklären lassen möchten, schwärzen oder ersetzen Sie persönliche Angaben vorher.

Kann ich etwas kaputt machen? Nein. Durch Fragen können Sie nichts beschädigen, nichts löschen und nichts verstellen. Eine falsche Wahl gibt es hier ebenfalls nicht, denn Sie legen sich auf nichts fest. Im schlimmsten Fall gefällt Ihnen eine Antwort nicht. Dann fragen Sie neu oder schließen das Fenster.

Ein letzter ehrlicher Punkt: Alle diese Programme irren sich gelegentlich, und sie klingen dabei sehr überzeugt. Bei Gesundheit, Geld und Recht sind sie deshalb nur eine Hilfe beim Verstehen und beim Formulieren. Einen Arzt, einen Anwalt oder einen Steuerberater ersetzen sie nicht.

Ihr nächster Schritt

Suchen Sie sich heute genau einen Helfer aus dieser Liste aus. Stellen Sie ihm eine einzige Frage, zum Beispiel: „Erkläre mir in fünf einfachen Sätzen, was ein Browser ist.“ Mehr braucht es für den Anfang nicht.

Wenn Ihnen die passende Frage fehlt, liefert unser Artikel „Die erste Frage an die KI: 10 Ideen zum Ausprobieren“ zehn gefahrlose Vorschläge. Und wer regelmäßig verständlich informiert bleiben möchte: Unser kostenloser Newsletter „Der KI-Brief“ kommt jeden Sonntag und ordnet ein, was sich gerade ändert.

Porträt von Dominik Hotzy

Geschrieben und geprüft von Dominik HotzyGründer von Hallo-KI und Autor des Buchs „Hallo KI — ChatGPT endlich verstehen“ (296 Seiten). Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie mir.Wir leben, worüber wir berichten: Dieser Text ist mit KI entstanden, geprüft und verantwortet von einem Menschen. So arbeiten wir.