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Sicherheit & Betrugsschutz

Falsche Gewinnspiele und KI-Werbung: Die neuen Maschen

✓ Zuletzt geprüft am 23.07.2026Mit KI erstellt

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“ Solche Beiträge tauchen täglich in sozialen Netzwerken auf — also auf Internetseiten wie Facebook, auf denen Menschen Fotos und Nachrichten teilen. Früher erkannte man Betrug dort oft an schlampigen Bildern und holprigem Deutsch. Diese Zeiten sind vorbei: Mit KI erstellen Betrüger heute Werbung, die täuschend echt aussieht.

Keine Sorge — Sie müssen deshalb nicht misstrauisch gegenüber allem werden. Die Maschen folgen Mustern. Wer die Muster kennt, erkennt sie. Wir gehen die drei häufigsten in Ruhe durch.

Masche 1: Das falsche Gewinnspiel

Sie haben angeblich gewonnen — ein Handy, einen Einkaufsgutschein, ein Auto. Sie müssen „nur noch die Versandkosten zahlen“ oder eine kleine „Bearbeitungsgebühr“. Genau hier liegt der Betrug: Es geht nicht um die paar Euro. Es geht um Ihre Kartendaten, die Sie bei der Zahlung eingeben.

Merken Sie sich einen einfachen Satz: Ein echter Gewinn kostet nie Geld. Wer erst zahlen soll, hat nicht gewonnen. Und noch etwas: Man kann nichts gewinnen, wobei man nie mitgemacht hat.

Masche 2: Der falsche Promi

Ein bekannter Fernsehmoderator schwärmt in einem Video von einer Geldanlage. Eine Schlagersängerin empfiehlt ein Wundermittel gegen Gelenkschmerzen. Die Videos sehen echt aus, die Stimme stimmt, die Lippen bewegen sich passend. Trotzdem ist alles gefälscht — erstellt mit KI. Fachleute nennen so ein gefälschtes Video Deepfake.

Daraus folgt eine unbequeme, aber wichtige Wahrheit: Ein Video ist kein Beweis mehr. Auch nicht, wenn es echt wirkt. Verlassen Sie sich stattdessen auf den Inhalt: Kein seriöser Prominenter verspricht Ihnen in einer Werbeanzeige schnellen Reichtum oder Wunderheilungen. Woran Sie gefälschte Videos im Detail erkennen, zeigt unser Artikel „Deepfakes erkennen“.

Masche 3: Der falsche Laden

Eine Anzeige führt zu einem Online-Laden — einem Geschäft im Internet — mit erstaunlich günstigen Preisen. Die Produktfotos sind makellos — weil eine KI sie erzeugt hat. Die Ware existiert oft gar nicht. Wer bestellt, bekommt nichts oder wertlosen Ramsch.

Verdächtig sind vor allem: Preise weit unter dem Üblichen, Zahlung nur per Vorkasse und eine Internetseite ohne ordentliches Impressum. Das Impressum ist der Pflicht-Abschnitt mit Name und Anschrift des Anbieters — fehlt er, kaufen Sie dort nicht.

Die Warnzeichen auf einen Blick

Bei diesen fünf Zeichen ist höchste Vorsicht geboten:

  1. Zeitdruck. „Nur heute“, „nur noch 3 Stück“, „Angebot endet in 10 Minuten“.
  2. Vorkasse für „Gebühren“. Versandkosten, Bearbeitungsgebühr, Freischaltung — alles Vorwände.
  3. Zu schön, um wahr zu sein. Hohe Gewinne, Wunderheilung, halber Preis. Dann ist es nicht wahr.
  4. Unbekannte Zahlungswege. Gutscheinkarten, ausländische Konten oder Bezahldienste, von denen Sie nie gehört haben.
  5. Ein Promi verspricht Reichtum. Das tut kein echter Prominenter — solche Videos sind gefälscht.

Schon zwei dieser Zeichen zusammen sind Grund genug, den Beitrag zu schließen.

Was Sie tun — und was nicht

Die gute Nachricht: Richtig reagieren ist einfach.

  1. Nichts anklicken. Ein verdächtiger Beitrag kann Ihnen nichts tun, solange Sie ihn nur ansehen.
  2. Nichts zahlen, nichts eingeben. Keine Kartendaten, keine Adresse, keine Handynummer.
  3. Den Beitrag melden. Jedes soziale Netzwerk hat dafür eine Melde-Funktion direkt am Beitrag. Das kostet nichts und schützt andere.
  4. Im Zweifel nachfragen. Die Verbraucherzentrale hilft bei der Einschätzung, ob ein Angebot seriös ist.

Übrigens gilt das alles auch für E-Mails — die gleichen Betrüger arbeiten auf allen Kanälen. Wie Sie betrügerische Mails erkennen, lesen Sie in „Phishing-Mails erkennen“.

Schon geklickt oder gezahlt? Kein Grund zur Scham

Vielleicht haben Sie bereits auf so ein Angebot reagiert. Dann zuerst das Wichtigste: Sie müssen sich nicht schämen. Diese Maschen sind professionell gemacht und täuschen auch junge, technikerfahrene Menschen.

Jetzt zählt nur schnelles Handeln:

  1. Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Lassen Sie die Karte sperren. Manchmal lässt sich eine Zahlung noch stoppen.
  2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Das geht auf jeder Wache — und in vielen Bundesländern auch im Internet.
  3. Ändern Sie Passwörter, falls Sie irgendwo Zugangsdaten eingegeben haben.

Ist das sicher?

Kostet mich das Prüfen etwas? Nein. Einen Beitrag lesen und die Warnzeichen durchgehen ist kostenlos und ungefährlich. Geld verlieren Sie erst, wenn Sie zahlen oder Kartendaten eingeben — und genau das tun Sie nicht.

Was passiert mit meinen Daten? Beim bloßen Ansehen: nichts. Gefährlich wird es beim Klicken auf Links — anklickbare Stellen, die Sie auf eine andere Internetseite führen — und beim Ausfüllen von Formularen. Geben Sie auf Seiten aus Werbeanzeigen niemals persönliche Daten ein.

Kann ich beim Melden etwas kaputt machen? Nein. Eine Meldung ist unverbindlich — die Plattform prüft den Beitrag dann selbst. Schlimmstenfalls passiert nichts. Bestenfalls schützen Sie viele andere Menschen.

Ihr nächster Schritt

Drucken Sie sich unsere kostenlosen Schummelzettel zum Ausdrucken aus — die Warnzeichen neben dem Computer sind im entscheidenden Moment Gold wert. Und wenn Sie über neue Maschen auf dem Laufenden bleiben möchten: Der kostenlose KI-Brief kommt jeden Sonntag und warnt ruhig und ohne Panik, wenn Betrüger sich etwas Neues einfallen lassen.

Porträt von Dominik Hotzy

Geschrieben und geprüft von Dominik HotzyGründer von Hallo-KI und Autor des Buchs „Hallo KI — ChatGPT endlich verstehen“ (296 Seiten). Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie mir.Wir leben, worüber wir berichten: Dieser Text ist mit KI entstanden, geprüft und verantwortet von einem Menschen. So arbeiten wir.