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Sicherheit & Betrugsschutz

Deepfakes erkennen: Gefälschte Videos und Fotos — 7 Anzeichen

✓ Zuletzt geprüft am 23.07.2026Mit KI erstellt

Frau Anfang 60 mit grauem Haar und Brille schaut skeptisch-konzentriert auf ein Tablet, das sie mit beiden Händen hältMit Hilfe von KI erstellt

Ein Video zeigt einen bekannten Politiker, der Unglaubliches sagt. Oder einen Fernsehmoderator, der eine „todsichere Geldanlage“ empfiehlt. Beides kann komplett erfunden sein. Solche Fälschungen nennt man Deepfakes (sprich: „Diep-Fehks“) — mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Videos, Fotos oder Stimmen.

Die gute Nachricht: Sie brauchen keine Technik-Kenntnisse, um wachsam zu sein. Die sieben Anzeichen aus diesem Artikel und eine einfache Grundregel machen Sie deutlich schwerer zu täuschen.

Das Wichtigste gleich vorweg: Ein Foto oder Video ist heute kein Beweis mehr. Die verlässlichste Prüfung ist deshalb nicht das Bild selbst, sondern die Frage: Berichtet eine seriöse Quelle darüber — die Tagesschau, eine große Zeitung? Wenn nur ein einzelnes Video etwas behauptet, gilt: nicht weiterschicken.

Was genau ist ein Deepfake?

Ein Deepfake ist eine Fälschung, die ein Computer erstellt hat. Die KI lernt aus echten Aufnahmen einer Person. Danach kann sie neue Bilder oder Videos erzeugen. Darin sagt oder tut die Person Dinge, die nie passiert sind.

Früher brauchte man dafür teure Studios. Heute genügt ein normaler Computer. Deshalb tauchen solche Fälschungen immer häufiger auf — in sozialen Netzwerken, in Werbung und leider auch bei Betrügern.

Die 7 Anzeichen einer Fälschung

Prüfen Sie verdächtige Videos und Fotos auf diese Punkte:

  1. Unnatürliche Hände, Zähne oder Ohren. Zählen Sie ruhig die Finger. KI-Bilder zeigen oft sechs Finger, verschmolzene Zähne oder seltsam geformte Ohren.
  2. Seltsames Blinzeln. Achten Sie auf die Augen. Blinzelt die Person zu selten, zu oft oder wirkt der Blick starr? Das ist verdächtig.
  3. Licht und Schatten passen nicht. Fällt das Licht auf das Gesicht anders als auf den Hintergrund? Fehlt ein Schatten, wo einer sein müsste?
  4. Der Ton passt nicht zu den Lippen. Schauen Sie genau auf den Mund. Bewegen sich die Lippen leicht versetzt zum Gesprochenen, ist Vorsicht geboten.
  5. Reißerischer Inhalt plus Zeitdruck. „Nur heute!“, „Bevor es gelöscht wird!“ — echte Nachrichten haben es selten so eilig.
  6. Unbekannte Quelle. Wer hat das Video veröffentlicht? Eine seriöse Zeitung? Oder eine Internetseite, von der Sie nie gehört haben?
  7. Zu perfekt, zu glatt. KI-Gesichter wirken oft wie gebügelt. Keine Poren, keine kleinen Härchen, makellose Haut wie aus Wachs.

Kein einzelnes Anzeichen ist ein Beweis. Aber je mehr zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist eine Fälschung.

Ein ehrlicher Hinweis dazu: Diese Anzeichen helfen vor allem bei schlechten Fälschungen. Gute Fälschungen machen solche Fehler kaum noch. Findet Ihr Auge keinen dieser Fehler, ist das also kein Beweis für Echtheit. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die Frage nach der seriösen Quelle.

Die wichtigste Grundregel

Merken Sie sich diesen Satz: Je empörender oder emotionaler ein Inhalt ist, desto misstrauischer sollten Sie sein.

Fälschungen sollen starke Gefühle auslösen — Wut, Angst oder Gier. Denn wer aufgewühlt ist, prüft nicht mehr nach. Spüren Sie beim Anschauen starke Empörung? Dann ist das Ihr Signal, erst recht genau hinzusehen.

Ein Sonderfall: Promi-Werbung für Geldanlagen

Ein Muster sehe ich besonders oft. Ein bekanntes Gesicht — etwa ein Moderator oder Unternehmer — schwärmt in einem Video von einer Geldanlage mit hohen Gewinnen. Solche Videos sind fast immer gefälscht.

Kein seriöser Prominenter bewirbt Geheimtipps für schnellen Reichtum. Geben Sie dort niemals Geld oder Ihre Telefonnummer an. Und denken Sie daran: Bei Geldfragen ist KI höchstens eine Recherche-Hilfe. Sie ersetzt keinen unabhängigen Finanzberater.

Ein einfacher Trick: die Rückwärtssuche

Bei Fotos gibt es einen nützlichen Prüfweg: die Rückwärtssuche. Dabei zeigen Sie einer Suchmaschine ein Bild statt eines Suchworts. Sie sehen dann, wo dieses Bild schon überall aufgetaucht ist.

So geht es, zum Beispiel mit Google:

  1. Öffnen Sie im Internet die Seite images.google.com.
  2. Klicken Sie auf das kleine Kamera-Symbol im Suchfeld.
  3. Laden Sie das verdächtige Bild hoch oder fügen Sie dessen Internetadresse ein.
  4. Prüfen Sie die Ergebnisse: Taucht das Bild in seriösen Medien auf? Oder in ganz anderem Zusammenhang?

Zeigt die Suche das Bild in einem anderen Zusammenhang, wissen Sie: Hier stimmt etwas nicht.

Ist das sicher?

Das Prüfen selbst kostet Sie nichts. Ein Video anschauen, genau hinsehen, eine Rückwärtssuche machen — alles kostenlos. Ihre Daten sind dabei nicht in Gefahr, solange Sie eines beachten: Klicken Sie in verdächtigen Videos oder Beiträgen nichts an. Keine Knöpfe, keine Verweise auf andere Seiten, keine Formulare.

Kaputt machen können Sie durch bloßes Anschauen und Prüfen nichts. Gefährlich wird es erst, wenn Sie Geld überweisen oder persönliche Daten eingeben. Genau davor schützt Sie das Prüfen.

Ihr nächster Schritt

Üben Sie den Blick fürs Detail: Schauen Sie sich heute ein beliebiges Video genau an. Achten Sie auf Hände, Augen und Lippen. Lesen Sie als Nächstes meinen Artikel über den Enkeltrick mit KI-Stimmen — dort geht es um Fälschungen am Telefon. Oder holen Sie sich meinen kostenlosen wöchentlichen Newsletter „Der KI-Brief“ mit aktuellen Warnungen.

Porträt von Dominik Hotzy

Geschrieben und geprüft von Dominik HotzyGründer von Hallo-KI und Autor des Buchs „Hallo KI — ChatGPT endlich verstehen“ (296 Seiten). Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie mir.Wir leben, worüber wir berichten: Dieser Text ist mit KI entstanden, geprüft und verantwortet von einem Menschen. So arbeiten wir.