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Folge 7 · Hallo KI – der Podcast
Welche KI nehm ich denn?
Erschienen am 12.10.202616 MinutenZum Nachlesen springen
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ChatGPT, Gemini, Copilot oder der bunte Kreis in WhatsApp: Oft ist die Frage, welche KI du nimmst, schon halb beantwortet, bevor du sie stellst. Katja und Jens sortieren die bekannten Programme, erklären, wo sie überall eingebaut sind und wo die Unterschiede beim Datenschutz wirklich liegen. Und sie klären, was ein Abo bringt und warum du nicht alle brauchst.
In dieser Folge:
- Motor und Karosserie: warum sich die großen Programme im Alltag ähneln
- Steckbriefe der bekannten Assistenten
- Der bunte Kreis in WhatsApp: was Meta AI ist
- Datenschutz-Unterschiede und die Frage „kostenlos oder Abo“
- Ein Hauptwerkzeug, ein zweites für die Zweitmeinung
Prompts zum Mitnehmen:
Du hast von einem Programm eine Antwort auf eine wichtige Frage bekommen und willst sie von einem anderen prüfen lassen:
„Ich habe dieselbe Frage einem anderen KI-Programm gestellt. Hier ist die Frage und dessen Antwort. Prüfe die Antwort kritisch: Was stimmt, was ist fraglich, was fehlt? Und wo würdest du selbst etwas anderes sagen?“
Du willst an einer echten Aufgabe testen, welches Programm zu dir passt (dieselbe Aufgabe beiden Programmen stellen):
„Fasse diesen Text in fünf Sätzen zusammen, so dass ihn jemand ohne Vorwissen versteht. Nenne danach die zwei Aussagen, die ich am ehesten nachprüfen sollte.“
Du willst in der Familiengruppe vorschlagen, die KI dort nur nach Absprache zu benutzen:
„Schreib eine kurze, lockere Nachricht für unsere Familiengruppe. Ich möchte vorschlagen, dass wir die KI in der Gruppe nur nach Absprache benutzen, weil Nachrichten, die man ihr weiterleitet, an den Anbieter gehen. Höchstens vier Sätze, freundlich, nicht belehrend, gern mit einem Augenzwinkern.“
Du überlegst, ob sich ein Abo für dich lohnt:
„Ich überlege, ob ich für ein KI-Programm ein Abo abschließen soll. Frag mich nacheinander, eine Frage nach der anderen, wie ich das Programm nutze. Hilf mir danach, eine Strichliste für einen Monat anzulegen: Welche Situationen soll ich notieren, die für ein Abo sprechen würden?“
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Zum Mitlesen, Nachschlagen oder Ausdrucken. Im Podcast duzen sich Katja und Jens, deshalb steht es hier auch so. Grundlage ist das Sendeskript; in der gesprochenen Fassung kann ein Wort abweichen.
Kaltstart
Katja: Jens, schnelle Frage. Wie viele KI-Programme hast du auf deinem Handy?
Jens: Eins. Das, was wir hier immer benutzen.
Katja: Hast du WhatsApp?
Jens: Klar.
Katja: Dann sind es schon zwei. Ein Android-Handy?
Jens: Ja …
Katja: Dann wahrscheinlich drei. Und im Büro Word und Outlook?
Jens: Okay, ich hab verstanden. Ich bin umzingelt.
Katja: Nicht umzingelt. Aber die Frage „Welche KI nehme ich?“ ist oft schon halb beantwortet, bevor man sie stellt. Heute sortieren wir das.
Begrüßung
Katja: Hallo und willkommen bei Hallo KI. Ich bin Katja.
Jens: Und ich bin Jens. Wie immer der Hinweis: Katja und ich sind KI-Stimmen, und die Inhalte prüft Dominik von Hallo KI.
Katja: Dein Bericht. Du hattest einen Kandidaten vom Schreibtisch.
Jens: Die Versicherungspost. Ich hab zuerst selbst nach einer Frist gesucht. Es gab keine. Dann hab ich die Kopfzeile abgedeckt, fotografiert und den Allzweck-Satz gestellt. Die KI hat das als Mitteilung eingeordnet, eine Beitragsanpassung, und ausdrücklich geschrieben, dass ich nichts tun muss. Die drei Stellen zum Nachlesen waren die Beträge und das Datum, ab wann das gilt. Hab ich geprüft, stimmte alles.
Katja: Und wie lange lag der Brief?
Jens: Das bleibt unter uns. Aber jetzt ist er abgeheftet.
Katja: Sehr gut. Heute also: ChatGPT, Gemini, Copilot, der bunte Kreis in WhatsApp. Was unterscheidet die wirklich, wo sind sie eingebaut, was ist mit dem Datenschutz, und brauche ich ein Abo?
Motor und Karosserie
Jens: Ich fang mal mit meiner eigentlichen Frage an. Welche ist die beste?
Katja: Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Für die meisten Alltagsaufgaben liegen die großen Programme nah beieinander. Und die Rangliste von heute ist in ein paar Monaten überholt. Die Anbieter bringen ständig neue Versionen heraus und überholen sich gegenseitig.
Jens: Dann ist die Frage also sinnlos?
Katja: Nicht sinnlos, aber falsch gestellt. Hilfreich ist ein Bild: Motor und Karosserie. Der Motor ist das Sprachmodell, das die Antworten erzeugt. Die Karosserie ist alles drumherum. Wo das Programm eingebaut ist, ob es im Internet suchen kann, ob es ein Gedächtnis hat, mit welchen Diensten es sich verbindet, welche Datenschutz-Schalter es gibt.
Jens: Und die Motoren sind sich ähnlich.
Katja: Im Alltag ähnlicher, als die Werbung behauptet. Die Unterschiede, die du wirklich merkst, stecken meistens in der Karosserie. Deshalb ist die bessere Frage nicht „Welche ist die beste?“, sondern: „Wo verbringe ich sowieso meinen Tag, und welche passt dazu?“
Jens: Das ist wie beim Handy. Telefonieren können alle. Ob mein Kalender, meine Fotos und meine Kontakte reibungslos mitkommen, das entscheidet am Ende, welches ich nehme.
Jens: Das heißt auch, alles, was wir hier bisher über gutes Fragen gelernt haben …
Katja: … funktioniert überall. Lage, Ziel, Empfänger, Form. Nachhaken. Quellen verlangen. Wer eins bedienen kann, kann alle bedienen.
Jens: Eine Warnung hab ich gleich am Anfang. Frag die KI nicht, welche KI die beste ist. Oder was sie kostet. Oder welche Funktionen sie gerade hat.
Katja: Stimmt, das ist ein guter Punkt. Warum?
Jens: Weil sie das oft selbst nicht weiß. Ihr Wissen hat einen Stand, und das Programm drumherum ändert sich schneller. Dann erklärt sie dir mit voller Überzeugung Einstellungen, die es so gar nicht mehr gibt. Solche Fragen klärt man auf der Seite des Anbieters.
Der Steckbrief
Jens: Dann lass uns die Namen trotzdem sortieren. ChatGPT.
Katja: Kommt von der Firma OpenAI aus den USA. Das war das erste Programm dieser Art, das weltweit berühmt wurde, und ist bis heute der bekannteste Allrounder. Der größte praktische Vorteil: Die meisten Anleitungen, Kurse und Tipps beziehen sich darauf. Wenn du irgendwo etwas nachliest, passt es fast immer.
Jens: Gemini.
Katja: Gesprochen „Dschemini“, die KI von Google. Die Stärke liegt in der Karosserie. Google baut Gemini nach und nach in seine eigenen Dienste ein, in das Mail-Postfach, in die Dokumente, auf Android-Handys hat es die Rolle des älteren Sprachassistenten übernommen. Wer sein Leben ohnehin bei Google organisiert, hat Gemini sozusagen schon im Haus.
Jens: Copilot. Den sehe ich im Job überall.
Katja: Copilot ist die KI von Microsoft. Es gibt ihn im Browser, als App, und in den Office-Programmen wie Word und Outlook. Dort gehört der volle Umfang allerdings meist zu einem kostenpflichtigen Paket. Und falls er bei dir auf dem Rechner fehlt: In der Europäischen Union ist er nicht einfach von Haus aus auf jedem Windows-Rechner eingeschaltet. Dann ist nichts kaputt, du erreichst ihn im Browser.
Jens: Und im Job ist Copilot oft die Version, die die Firma selbst bereitstellt.
Katja: Genau, und das ist ein wichtiger Unterschied, auf den wir gleich noch kommen.
Jens: Gibt es noch mehr?
Katja: Einige. Claude zum Beispiel, von der Firma Anthropic, das viele gern für lange Texte nehmen. Oder Perplexity, das bei den Antworten dazuschreibt, aus welchen Internetseiten sie stammen. Das ist fürs Nachprüfen praktisch. Und wenn du bei Google etwas suchst, steht oben oft schon eine Zusammenfassung von einer KI, ohne dass du irgendetwas eingerichtet hast.
Jens: Die mir genauso überzeugt etwas Falsches erzählen kann wie alle anderen.
Katja: Genau. Bei Gesundheit, Geld und Recht öffnest du lieber die Quelle selbst.
Der bunte Kreis in WhatsApp
Jens: Jetzt der Kreis in WhatsApp. Da ist die Verunsicherung am größten, auch bei den Eltern.
Katja: Der Kreis heißt Meta AI. Meta ist die Firma hinter WhatsApp, Facebook und Instagram. Das ist ein Chatbot wie die anderen, nur direkt in die App eingebaut. Er kam mit einer Aktualisierung, nach und nach bei allen. Niemand hat etwas falsch angeklickt.
Jens: Und wegmachen?
Katja: Ehrliche Antwort: nicht vollständig. Das darf man unschön finden. Aber der Kreis tut von allein nichts. Er wartet nur. Du musst ihn nicht benutzen.
Jens: Und liest er meine Nachrichten mit?
Katja: Deine normalen Chats sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Nur Absender und Empfänger können sie lesen. Daran ändert der Kreis nichts. Was du Meta AI selbst schreibst, geht dagegen an Meta und kann dort gespeichert werden. Logisch, die KI muss deine Frage ja lesen.
Jens: Und dann gibt es einen Punkt, den viele übersehen: die Gruppen. Familiengruppe, Verein, Elternabend. Solange niemand die KI anspricht, ist sie nicht dabei. Aber wenn jemand sie in der Gruppe direkt anspricht oder ihr eine Nachricht weiterleitet, dann geht genau diese Nachricht an Meta. Auch wenn sie von jemand anderem stammt.
Katja: Und dann verfügt man über die Worte von jemandem, der nie gefragt wurde.
Jens: Deshalb: erst in der Gruppe ansprechen, bevor man die KI dazuholt. Und wer eine Gruppe verwaltet, kann sie in den Datenschutz-Einstellungen der Gruppe ganz aussperren. Das ist bei einer großen Familiengruppe keine schlechte Idee.
Katja: Und für alles Übrige?
Jens: Da hab ich ein Bild. Behandle den Kreis wie einen fremden Gast im Wohnzimmer. Höflich grüßen, ja. Nach einem Rezept fragen, auch. Das Familienalbum zeigen, nein.
Datenschutz: wo die Unterschiede wirklich liegen
Jens: Jetzt mal ehrlich. Unterscheiden die sich beim Datenschutz, oder ist das alles dasselbe?
Katja: Die Grundregel ist bei allen dieselbe: Was du eintippst, geht an die jeweilige Firma und wird dort verarbeitet. Die Unterschiede liegen im Kleingedruckten. Ob deine Eingaben in der Grundeinstellung fürs Training genutzt werden, ob und wie du das abschalten kannst, ob es einen temporären Chat gibt, wie lange gespeichert wird. Das ist je nach Anbieter verschieden und ändert sich immer wieder.
Jens: Also bei jedem Programm einmal die Datenschutz-Einstellungen anschauen, so wie in der Folge über Daten.
Katja: Genau. Und dann gibt es einen zweiten Unterschied, der größer ist, als man denkt: wie tief das Programm eingebaut ist. Je tiefer, desto bequemer, und desto mehr kann es potenziell sehen. Eine KI in einer eigenen App sieht nur, was du ihr gibst. Eine KI, die du mit deinem Postfach oder deinen Dokumenten verbindest, sieht dort mit.
Jens: Und der Job?
Katja: Da wird es spannend. Viele Firmen haben eigene Zugänge, zum Beispiel über ihr Microsoft-Konto. Für solche Firmenversionen gelten oft andere Vertragsbedingungen als für dein privates Konto. Ob das bei dir so ist, weißt du aber nur, wenn deine Firma es dir sagt.
Jens: Also im Job nicht einfach das Programm nehmen, das ich privat mag.
Katja: Genau. Im Job nutzt du, was der Arbeitgeber erlaubt, und keine Firmen- oder Kundendaten im privaten Konto. Privat bist du frei.
Kostenlos oder Abo
Jens: Jetzt die Geldfrage. Ist die kostenlose Version nicht nur die Probefahrt?
Katja: Nein. Die kostenlose Version ist keine Probezeit. Sie bleibt kostenlos, egal wie oft du sie benutzt. Und für die meisten Alltagsaufgaben reicht sie.
Jens: Aber es gibt Bezahlversionen, und die werden einem ständig angeboten. Was bringen die wirklich?
Katja: Im Kern vier Dinge. Deutlich seltener Zwangspausen, wenn du viele Fragen hintereinander stellst. Zugang zu den stärkeren Modellen für knifflige Aufgaben, und die volle Leistung, auch wenn gerade viele Leute gleichzeitig fragen. Mehr Bilder am Tag. Und längere Dokumente hochladen. Neue Funktionen kommen für Zahlende oft auch etwas früher.
Jens: Und was bringen sie nicht?
Katja: Doppelt so gute Antworten auf normale Fragen. Mehr Zuverlässigkeit, auch die Bezahlversion erfindet mal etwas. Und besonderen Datenschutz für Zahlende gibt es auch nicht.
Jens: Man zahlt also vor allem für Menge und Ruhe.
Katja: Genau. Das lohnt sich, wenn du täglich damit arbeitest, lange Texte schreibst, viele Bilder erstellst oder regelmäßig lange Dokumente auswertest. Wer ab und zu eine Mail formuliert, hat das Problem gar nicht, das ein Abo löst.
Jens: Und woher weiß ich, ob ich das Problem habe?
Katja: Mit einer Strichliste. Einen Monat lang, jedes Mal ein Strich, wenn dich eine Grenze wirklich gestört hat. Null bis zwei Striche: brauchst du nicht. Zehn Striche: echter Grund. Dann entscheidet deine Nutzung und nicht der Werbehinweis.
Jens: Und bis dahin gibt es die Null-Euro-Lösung. Wenn mich ein Programm zur Pause auffordert, wechsle ich für zwischendurch zu einem anderen. Die sind ja auch kostenlos.
Katja: Du hast aufgepasst.
Jens: Und dann bin ich wieder der Aufpasser. Wer abschließt, kündigt dort, wo er abgeschlossen hat. Wer in der App über den App-Laden bezahlt, kündigt auch dort, nicht in der App. Und in den App-Läden gibt es Nachahmer mit ähnlichen Namen, die sofort Geld wollen. Also nur die offiziellen Apps und Adressen, und schauen, wer als Anbieter dasteht.
Katja: Und ein Abo reicht. Wer drei gleichzeitig bezahlt, zahlt meistens für Neugier.
Warum du nicht alle brauchst
Jens: So. Jetzt will ich aber eine Empfehlung. Ohne Rangliste, aber konkret.
Katja: Dann nach Lage. Wenn du einfach anfangen willst: ChatGPT, weil sich fast alle Anleitungen darauf beziehen. Wenn dein Arbeitsalltag in Word und Outlook stattfindet: Copilot, und im Job ohnehin nur in der Version, die die Firma freigibt. Wenn du mit Android und Gmail lebst: Gemini, das wartet sowieso schon auf dich.
Jens: Und für lange Texte hattest du vorhin Claude genannt.
Katja: Genau, das nehmen viele gern für mehrseitige Schreiben. Aber das ist ein Erfahrungswert von Nutzern, keine Messung. Probier es an deinem eigenen Text aus.
Jens: Dann probier ich jetzt einfach alle aus, oder?
Katja: Bitte nicht alle gleichzeitig. Such dir ein Hauptwerkzeug aus und bleib ein paar Wochen dabei. Erst dann lernst du seine Eigenheiten kennen: wo es gut ist, wo es gern schwafelt, wie du es dazu bringst, knapp zu antworten. Wer ständig wechselt, vergleicht Kleinigkeiten und lernt keins richtig kennen.
Jens: Und wenn ich später wechseln will?
Katja: Dann wechselst du. Nur eins wandert nicht mit: dein Verlauf und dein Gedächtnis bleiben beim alten Anbieter.
Jens: Jetzt hab ich aber einen Widerspruch. In der Folge übers Lügen hast du gesagt, man soll wichtige Antworten gegenprüfen. Dafür wäre ein zweites Programm doch ideal.
Katja: Und genau das ist der fortgeschrittene Kniff. Ein Hauptwerkzeug für den Alltag, ein zweites für die Zweitmeinung. Bei einer wichtigen Frage stellst du sie beiden. Wo sie übereinstimmen, bist du etwas sicherer, bewiesen ist damit aber nichts. Wo sie sich widersprechen, weißt du genau, wo du selbst nachschauen musst.
Jens: Das gefällt mir. Das ist wie zwei Handwerker, die unabhängig voneinander draufschauen.
Katja: Genau. Und man kann es noch zuspitzen: Du gibst dem zweiten Programm die Antwort des ersten und bittest es, sie kritisch zu prüfen. Da kommen oft Punkte heraus, an die keins der beiden allein gedacht hätte.
Jens: Aber dann auch nur mit Sachen, die auf die Postkarte passen. Sonst liegen meine Daten gleich bei zwei Firmen.
Katja: Völlig richtig. Doppelte Prüfung heißt auch doppelte Speicherung.
Ist das sicher?
Katja: Ist das sicher? Kosten: Alle großen Programme haben eine kostenlose Grundversion. Ein Abo entsteht nie aus Versehen durch eine Frage, sondern nur, wenn du bewusst deine Zahlungsdaten eingibst. Und der Kreis in WhatsApp kostet auch nichts, selbst wenn du ihn versehentlich antippst.
Jens: Daten: Bei allen gilt die Postkarten-Regel. Was du eintippst, geht an die jeweilige Firma. Beim Kreis in WhatsApp nichts Vertrauliches, und in Gruppen erst fragen. Im Job nur das Programm, das der Arbeitgeber erlaubt, und keine Firmen- oder Kundendaten.
Katja: Und die Grenze gilt auch für alle gleich. Alle irren sich gelegentlich und klingen dabei überzeugt. Bei Gesundheit, Geld und Recht sind sie eine Hilfe zum Verstehen und Vorbereiten. Entscheiden tut ein Mensch.
Prompts zum Mitnehmen
Jens: Zum Mitnehmen. Mein erster ist für die Zweitmeinung. Du hast von einem Programm eine Antwort auf eine wichtige Frage bekommen und willst sie prüfen lassen. „Ich habe dieselbe Frage einem anderen KI-Programm gestellt. Hier ist die Frage und dessen Antwort. Prüfe die Antwort kritisch: Was stimmt, was ist fraglich, was fehlt? Und wo würdest du selbst etwas anderes sagen?“
Katja: Und warum funktioniert der?
Jens: Weil das zweite Programm eine andere Rolle bekommt. Es soll nicht noch mal antworten, sondern prüfen. Und die Frage nach dem, was fehlt, bringt oft mehr als die nach dem, was falsch ist.
Katja: Mein erster ist für die Auswahl. Du willst herausfinden, welches Programm zu dir passt, und zwar an deiner eigenen Aufgabe, nicht an einer Rangliste. Du nimmst einen Text, den du sowieso lesen wolltest, einen Zeitungsartikel zum Beispiel, und stellst beiden Programmen dieselbe Aufgabe: „Fasse diesen Text in fünf Sätzen zusammen, so dass ihn jemand ohne Vorwissen versteht. Nenne danach die zwei Aussagen, die ich am ehesten nachprüfen sollte.“
Jens: Und dann vergleiche ich.
Katja: Genau. Nach drei Dingen: Verstehe ich es? Ist es sorgfältig? Und gefällt mir der Ton? Der Kniff ist, dass du mit einer echten Aufgabe testest statt mit einer Quizfrage. Und der zweite Teil zeigt dir, welches Programm mitdenkt.
Jens: Zweiter von mir, für die Familiengruppe. Du willst vorschlagen, dass die KI dort nur nach Absprache benutzt wird, ohne zu belehren. „Schreib eine kurze, lockere Nachricht für unsere Familiengruppe. Ich möchte vorschlagen, dass wir die KI in der Gruppe nur nach Absprache benutzen, weil Nachrichten, die man ihr weiterleitet, an den Anbieter gehen. Höchstens vier Sätze, freundlich, nicht belehrend, gern mit einem Augenzwinkern.“
Katja: Das mit dem Augenzwinkern ist wichtig. Sonst klingt es wie eine Hausordnung.
Jens: Eben. Der Kniff sind die klaren Vorgaben zum Ton und zur Länge. In einer Familiengruppe entscheidet der Ton, ob etwas ankommt.
Katja: Und mein zweiter ist für die Abo-Frage. „Ich überlege, ob ich für ein KI-Programm ein Abo abschließen soll. Frag mich nacheinander, eine Frage nach der anderen, wie ich das Programm nutze. Hilf mir danach, eine Strichliste für einen Monat anzulegen: Welche Situationen soll ich notieren, die für ein Abo sprechen würden?“
Jens: Warum nicht einfach fragen, ob sich das lohnt?
Katja: Weil die KI deine Nutzung nicht kennt und die aktuellen Preise und Grenzen oft auch nicht. Mit den Rückfragen und der Strichliste entscheidest am Ende du, mit deinen eigenen Zahlen.
Dein nächster Schritt
Katja: Dein nächster Schritt: Nimm den Auswahl-Satz von eben und stell dieselbe Aufgabe zwei verschiedenen Programmen. Vergleich die Antworten nach den drei Punkten. Und dann entscheidest du dich für dein Hauptwerkzeug für die nächsten Wochen.
Jens: Und das andere behalte ich für die Zweitmeinung.
Katja: Genau. Und wer noch gar nicht angefangen hat, nimmt einfach das, was er schon im Haus hat.
Jens: Ich nehme den Wirtschaftsteil. Mal sehen, welches Programm mir die Zinsen besser erklärt.
Merksatz und Verabschiedung
Jens: Wenn du aus dieser Folge nur eins mitnimmst: Nicht die beste KI finden, sondern die, die zu deinem Alltag passt, und dabeibleiben.
Katja: Ein Hauptwerkzeug, ein zweites für die Zweitmeinung, und die Postkarten-Regel für alle.
Jens: Und weil sich bei den Namen, Kreisen und Funktionen ständig etwas ändert: Dominik ordnet das jeden Sonntag im KI-Brief ein. Kostenlos, per E-Mail, unter hallo-ki.de/newsletter. Der ist für die Eltern-Generation geschrieben, also auch etwas zum Weiterleiten.
Katja: In der nächsten Folge wird es ernster. Es geht um Bilder und Videos, die täuschend echt aussehen und es nicht sind. Glaub nicht alles, was du siehst. Ich bin Katja.
Jens: Und ich bin Jens. Mach’s gut, bis zum nächsten Mal.